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Region: Nahe

Viel getan hat sich an der Nahe. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde Nahewein noch als Rheinwein verkauft. Um 1930 kam die Nahe in einer Verfügung als eigenes Weinanbaugebiet vor. 1971 wurden durch Gesetz die heutigen Grenzen festgelegt. Im Süden reicht das Nahegebiet bis an Rheinhessen heran. Im Norden an den Mittelrhein wo die Nahe bei Bingerbrück in den Rhein mündet. Bevor sie dort ankommt schlängelt sie sich durch die Ausläufer des Hunsrücks.

Noch 1983 betrug die Ertragsfläche 4.195 Hektar. Im Jahr 2005 schon über 4.600 Hektar. Das klingt zunächst nicht viel. Zeigt aber jetzt schon die Tendenz gegenüber anderen deutschen Weinanbaugebieten auf. An der Nahe wird qualitativ enorm aufgerüstet. Dies in sieben Grosslagen, die sich in 319 Einzellagen auflösen.

Naheweine liegen nur geographisch gesehen zwischen Rhein- und Moselweinen. Geschmacklich sind sie eher mit den feinen und zarten Rheingauern verwandt. Die leicht erdigen Noten der Naheweine werden von Kennern geschätzt. Oft werden auch Anflüge von Johannisbeeren und grünen Blättern konstatiert. Aber bei so einem so subtilen Thema gerät man leicht ins Phantasieren, wie schon Arne Krüger in seinen Ausführungen über die Nahe feststellte.

Weiter stellte er schon damals fest, dass Naheweine verhältnismässig leicht sind und sich rasch entwickeln, dabei aber eine köstliche Blume und Fülle haben, so dass sie zu Deutschlands Spitzengewächsen gehören. Daran hat sich bis heute nichts geändert. In dem kleinen Anbaugebiet werden jährlich etwa 360.000 Hektoliter Wein erzeugt. Überwiegend aus der Rieslingtraube. Dann folgen Müller-Thurgau und Silvaner. Kerner, Scheurebe, Grau- und Weissburgunder ergänzen den Sortenspiegel. Auch gibt es schon einige gute Spätburgunder. Bei den Weissweinen sind die Edelsüssen in fast allen Jahren immer wieder auf deutschen Spitzenplätzen zu finden.

Es gab eine Zeit, da haben sich die Nahewinzer auf einem starken Exportmarkt behaupten können. Meist landeten die in den Flach- und Tallagen erzeugten Weine als Grundweine in der Liebfrauenmilch.

Nachdem aber Überseeländer, die sich schnell und unkompliziert auf den gewandelten Weltweingeschmack eingestellt hatten und auch mit Preisen auf den Markt kamen, die deutlich unter den der Naheweinen lagen, kam es zu gewaltigen Einbussen auf den Weltmärkten für diese deutschen Markenweine. Erhebliche wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren, an der Nahe, die Folge. Das hatte aber auch etwas Gutes.

Eine kleine Gruppe von Spitzenwinzern innerhalb des VDP (Verband Deutscher Prädikats-weingüter) stellte ihre Produktionen um. Sie setzen auf absolute Qualität und waren in der Disskussion um eine Lagenklassifizierung die treibenden Kräfte. Durch ihre Initiative wurde in Deutschland das sogenannte ?Erste Gewächs? auf den Markt gebracht.

Unter den Bezeichnungen Erstes Gewächs, Erste Lage und Grosses Gewächs werden qualitativ hochwertige Weinbergslagen definiert. Abgeleitet von den Regelungen wie sie für die französischen Cru-Lagen gelten. Ertragsmengenbegrenzung gehört zu den wesentlichsten Statuten, die sich die Mitglieder des VDP seit dem Jahr 2002 freiwillig auferlegt haben.

Man darf gespannt sein auf die weiteren Entwicklungen an der Nahe. Die Bandbreite geschmacklicher Ausprägungen der Weine aus den ehrgeizigen und aufstrebenden Weingütern, reichen von ?breitschultrig? bis ?feinfruchtig?. Auch durch die Unterschiedlichkeit der Bodenbeschaffenheiten in dem Weinanbaugebiet ergeben sich hochinteressante Nuancen. Das hat schon immer den Reiz, für die Liebhaber der Naheweine, ausgemacht.

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